Vierzig Jahre sind es also seit dem Start von Apollo 11. Viel Woohoo. Sondersendungen. Ganz großes Kino. Also, aber auch: Kubrick und der Mond. Wunderbare Verschwörungstheorien, noch wunderbarere Debunkments, Wernher von Braun obendrauf, rotierende Raumschiffe: die Zukunft. Man könnte sich also, eventuell, 2009 2001 nochmal anschauen.
Wenn man’s denn tut: Erstaunen. Die Zukunft ist immer noch die Zukunft - and it doesn’t look dated. Pan Am gibt es nicht mehr - aber die Grip Shoes sollten mal erfunden werden. 10 Punkte auf der Bedienungsanleitung für die Zero Gravity Toilet - plausibel, aber vorerst uninteressant. Urlauber in Space - ja, aber aktuell ca. einer in drei Jahren. Und AI: Ja, wird kommen, aber erst in ca. 20 Jahren. Seit einem halben Jahrhundert.
Wahrscheinlich wird 2001 auf immer eine Zukunft beschreiben. Dass das Szenario nominell acht Jahre in der Vergangenheit liegt: ah, well. In Wirklichkeit beschreibt es den kollektiven Traum vom Fortschritt, von der Erkenntnis, von einem Ziel, das wir alle nicht kennen - aber dort ankommen: wäre schon cool. (Oder: erschreckend. Aber das ist im fraglichen Diskurskontext das gleiche.)
Immerhin haben wir seit über 40 Jahren die gestalterisch bislang beste Inkarnation des MGM-Logos. Und wir wissen, dass Triebwerksgeräusche im luftleeren Raum großer Unsinn sind.
Vielleicht gibt uns Geeks das ja Hoffnung.
Man’s capacity for justice makes democracy possible, but man’s inclination to injustice makes democracy necessary. — Reinhold Niebuhr (Ja, ein Theologe. So what?)
Humpty Dumpty in Jerusalem. Jokes on other great religions will follow, so don’t jump to any conclusions.
Freedom of the press belongs to those who own one. — A. J. Liebling
We reject: kings, presidents, and voting. We believe in: rough consensus and running code. — Dave Clark of the IETF
Marrakech Medina
There’s gonna be a lot of red faces when the world comes to an end. — Buffy 4ABB11. Totally unrelated to my recent experience of Anaphylaxis.
We are taking over our own tabloid media. — Ashton Kutcher via (and about) twitter
Genau aber genommen, so ist dieser Film nichts als die Ausführung zweier Dialoge:
Der bekifften Diskussion über Männer und Frauen, die Alice provoziert, die in ihrem Bekenntnis kulminiert, und die mit dem Anruf endet, der Bill aus der Wohung lockt und damit alles weitere in Gang setzt; und des Gesprächs im Spielwarenladen (sic), in dem Alice insistiert, dass es nur darauf ankomme, dass man jetzt wach sei, dass die Dauerhaftigkeit dieses Zustandes nicht garantiert werden könne, und dass man jetzt - dringend - ficken müsse.
Alice ist die treibende Kraft in Story und Plot, der eine starke, wissende Charakter des Films. (So much for Kubrick’s misogyny.) Realität vs. Traum, Innen vs. Außen mit allen Farb- und Realismuscodierungen: alles “nur” Mittel zum Zweck des Diskurses über, ja, Liebe und was dieses Wort bedeutet. Also ein Film voller Nackerter, Sex und Betrug, voller Kunst, Symbolik und Dialoglängen - und am Ende heulen wir: weil’s, in zwei Dialogen kristallisiert, um uns geht.
Und so ist der Film im besten Sinne theatralisch: eine wichtige Handlung, die auf eine noch wichtigere deutet.
Our culture is all about the mirrors, not the substance. 100 percent meta 100 percent of the time. — Dave Winer